Seite übersetzen
Startseite >> Geschichte >> Ortsgeschichten >> Ortsgeschichte von Klink >> Klinker Daten
Fehler
  • Delete failed: 'plg_aklazy.php.tmp'

Zeittafeln von Klink an der Müritz (Mecklenburg/Vorpommern)

Besitzer von Klink, bis 1945

  • bis 1345  Geschlecht der  von Pritzbuer und Hahn / Johann von Pritzbuer in Küz, Kelle und Grabenitz sitzend ist als erster Besitzer erwähnt
  • 1345-1375  Eckard Hahn aus Damerow verpfändet Klink u.a. an die Brüder Gamm
  • 1375-1490  Familie Gamm auf Werder, verkaufen Klink immer noch lediglich als Feld
  • 1490-1657  Familie von Below, vom Ritter Lorenz von Below bis Nocolaus von Below auf Kargow, Klink und Nossentin
  • 1657-1751  Familie von Holstein mit den Gütern Klink, Grabenitz und Möllenhagen
  • 1751-1762  Oberforstmeister Georg von Altrock / ohne männliche Nachkommen
  • 1762-1891  Familie Kähler, vom Glasermeister Johann Friedrich Kähler bis zum Rittergutsbesitzer Leopold Kähler
  • 1891-1896  Eugen Hahn aus Berlin; kurzzeitig Reinhold Hermann aus Leipzig (Schwiegervater von dem Industriellen Borsig, dessen Schwester Hedwig Borsig den Kölner A. Schnitzler geheiratet hat)
  • seit 1897  Familie von Schnitzler, blieb Eigentümer des Gutes bis zur Enteignung 1945
  • 04.10.1945  mit der Aufteilung des Gutes Klink begann die Bodenreform im damaligen Kreis Waren

Bürgermeister von Klink ab 1945

  • 1945  Herr Gross
  • 1945-1948  Herr Kalwa
  • 1949-1957  Herr Zingelmann
  • 1958-1959  Herr Frenzel
  • 1959-1966  Herr Mandte
  • 1966-1974  Frau Rundnagel
  • 1974-1979  Her Will
  • 1979-1983  Herr Mannstein
  • 1984-1990  Herr Müller
  • 1991-1994  Herr Hohls
  • 1994-2004  Herr Reilich
  • seit 2004 Herr Hohls

Zeittafel "Entwicklung der Landwirtschaft"

  • 1561  bezeichnet Claus Below in einem der zahlreichen Grenzstreitigkeiten sein Erbe und Gut als "hues undt hof, dorp undt veldt thor Klincken" mit lediglich 4 überlieferten Bewohnern: Clawes Below, Clawes Holste, Achim Schrader, Achim Kobabe. 
  • 1650  existieren noch 2 Bauern in Klink, die anderen zwei hat der Gutsherr Wilhelm von Below "wust gemacht".
  • 1667  übertreibt Henning von Holstein wohl, wenn er in einem Schreiben an den Herzog Klink als "ein ödes Guht ohn eintzigen Unterthan, saat undt vieh" bezeichnet, denn neben dem Gutsbesitzer mit Frau lebten im Ort noch 2 Mägde, 1 Knecht, 1 Bauer und 1 Schäfer mit ihren Frauen.
  • 1704  sind 35 erfaßte Einwohner ohne Bauern (neben 12 Bedienten lebten in Klink je 1 Schäfer, 1 Windmüller, 1 Schreiber, 1 Fischer, 1 Weber, 1 Zimmermann, 1 Hirte und 1 Kutscher
  • 1819  bestätigt die Struktur des Ortes diesen als Gutshof: von den 143 Einwohnern ist neben dem Gutsbesitzer, seiner Familie, den 13 Bedienten, 11 Mägden, 16 Knechten und 13 Tagelöhnern sowie einigen ansässigen Handwerkern kein Bauer erfasst.
  • 1820  Aufhebung der Leibeigenschaft in Mecklenburg
  • 1848  fordern die Tagelöhner von Klink die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse (so mußten sie z.B. von 6.00 - 12.00 Uhr und von 14.00 - 20.00 Uhr arbeiten, für ihre Katen jährlich 100 Tage unentgeldlich auf dem Hof arbeiten oder von 10 Gänsen dem Gutsherrn 1 Gans jährlich als "Stoppelgans" abliefern)
  • 1896  erweitert Arthur Schnitzler durch den Ankauf umfangreicher benachbarter Ländereien das Rittergut zu einer größeren Herrschaft mit einer mit allen modernen Hilfsmitteln ausgestatteten Wirtschaftsführung (z.B. Wasseranschlüsse in allen Ställen, Schleppschaufelentmistung, Elektrizität aus Windenergie...)
  • 1917  stirbt Arthur Schnitzler. Der Grundbesitz der Erben nach Arthur Schnitzler umfaßte 1.989 ha, davon 489,3 ha Acker und Gärten, 72,3 ha Wiese, 69 ha Weiden, 532,6 ha Wald, 825,6 ha See und sonstige Wasserflächen. Hiervon entfallen auf Gut Klink 704 ha, Behrenswerder 136,3 ha, Eldenburg 109,7 ha und Grabenitz 1.039 ha. Hervorzuheben ist die hohe Wertigkeit des Schlosses und der Hofgebäude von Gut Klink, der Fischereirechte, die Beteiligung an Molkerei, landwirtschaftlicher Hauptgenossenschaft und Zuckerfabrik in Waren.
  • 1945  der Besitz der Erben nach A. Schnitzler wird durch Sowjeterlaß enteignet. Mit der Aufteilung des Gutes Klink am 4.10.1945 setzte im damaligen Landkreis Waren die Durchführung der Bodenreform ein. 31 Landarbeiter und Umsiedler erhielten damals Bauernstellen bis zu je 10 ha Größe.
  • 1952  Bildung der ersten Genossenschaft in Grabenitz mit dem Namen "Neuer Weg", unter dem Vorsitz des Bauern Paul Großmann
  • 1958  Gründung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ III "Eintracht" Klink, Vorsitzender Otto Janz (in der DDR hatten sich drei Typen der LPG herausgebildet: in Typ I erfolgte eine genossenschaftliche Bewirtschaftung des Ackerlandes und individuelle Viehwirtschaft / in Typ II erfolgte ein schrittweiser Übergang zur genossenschaftlichen Viehwirtschaft / in Typ III war die Acker- und Viehwirtschaft genossenschaftlich / die Einkünfte wurden in Typ I zu mind. 60%, in Typ II zu mind. 70% und in Typ III zu mind. 80% nach der Arbeitsleistung und der Rest nach den Bodenanteilen verteilt / das eingebrachte Land blieb Eigentum der Mitglieder)
  • 1960  Gründung einer LPG Typ I "Fritz Rezter" in Sembzin, Vorsitzender Herbert Schröder
  • 1972  Bildung einer kooperativen Planzenproduktion KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion - "die Zusammenarbeit von LPG'n kann in einer KAP von einfachen Formen, wie zeitweilige Zusammenarbeit beim gemeinsamen Einsatz der Technik in der Getreide- und Hackfruchternte, bis zur Herausbildung einer gemeinsamen Pflanzenproduktion oder zu anderen kooperativen Einrichtungen führen" Kleines Lexikon, Ergänzungsband, 1971, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig) Warenshof, Vorsitzender Karl Fehlhaber
  • 1974  Zusammenschluß  der LPG Klink und LPG Sembzin, Vorsitzender Rudi Reilich
  • 1976  Zusammenschluß aller ehemaligen LPG'n Klink, Sembzin und Grabenitz, Vorsitzender Hans Heinrich Nevermann und  Zusammenschluß der KAP Warenshof und KAP Grabowhöfe
  • 1981  Bildung einer selbständigen LPG (P) aus der KAP Warenshof und Grabowhöwe und Bildung einer selbständigen LPG (T) aus der LPG Klink und Warenshof
  • 1990  Auflösung der LPG (T) Klink

Kurioses zu Kaufpreisen

Entwicklung als Wertsteigerung

1345 - 8 Schillinge spielen in der Ersterwähnungsurkunde vom 21.Dezember eine Rolle: die von Pritzbuers, die als die ersten Besitzer von Klink auftauchen, verkaufen in einer Urkunde vom 21.Dezember 1345 dem Kloster Malchow ihre Einkünfte aus der Fischerei aus dem Kölpinsee und in der "...Muritze circa villam Klinken..." für 8 Schillinge.
1375 - 500 Mark ist der Pfandpreis in einer Urkunde vom 29.Juni für das Gut Klink ("...myn ghud to der Clynckenn, dat by der Eldenen Bruggen lycht ... unde wuste unde unbeset...")
1490 - 550 Mark ist der Kaufpreis für Ritter Lorenz von Below auf Nossentin für das immer noch lediglich als Feld bezeichnete Klink: "...velde thor klyncken..."
1650 - 9500 Gulden zahlt Caspar Friedrich von Holstein für das Gut Klink (Mitte des 17. Jh.)
1747 - 46200 Reichstaler Pfandpreis muß der Glasermeister Kähler für Gut Klink einlösen.Die Familie Kähler blieb im Besitz des Gutes bis 1891.
1891 - 600.000 Mark war Gut Klink gemeinsam mit Gut Behrenswerder (Eldenburg) einem Eugen Hahn aus Berlin wert.
1896 - 621.000 Mark war der Kaufpreis für den gesamten damaligen Besitz, der schon 1897 an Arthur Schnitzler überging. In dessen Familie blieb das Gut bis 1945 (entschädigungslos enteignet).
1945 - am 4.10. setzte mit der Aufteilung des Gutes Klink im damaligen Landkreis Waren die Durchführung der Bodenreform ein. Der größte Teil des Gutes wurde im Rahmen der Bodenreform an 31 Landarbeiter und Flüchtlinge zum Aufbau von Bauernstellen vergeben.
1971 - 1,32 Mill. M  wurden in den Umbau des Schlosses zum Schulungs- u. Erholungsheim investiert
1992 - 4,7 Mill. DM  war der Kaufpreis der Treuhand-Anstalt für das ehemalige Volkseigentum

Klinker Zeitsprung (Jahresfeiern)

Im Landkurier des Amtes Waren-Land vom Dienstag, den 9.Mai 1995, Jahrgang 4, Nummer 5 ist ein Artikel  unter der Rubrik Kulturnachrichten zu finden, der überschrieben ist mit: "Der Klinker Zeitsprung ...mehrere denkwürdige Anlässe für Klink zum Feiern!" Er hat folgenden Wortlaut:

Im Landkurier 4/95 vom 11. April 1995 rief unser Bürgermeister, Rudi Reilich, unter der Überschrift "Neben der 1000-Jahr-Feier unseres Landes gibt es in diesem Jahr in unserer Gemeinde mehrere denkwürdige Anlässe" die Bürger Klinks zum feiern auf. Das hören die Klinker gerne! So soll also vom 28.Juli bis 30.Juli 1995 auf 650 Jahre Klink angestoßen werden. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde in Klink zur 600-Jahr-Feier vom 27.Mai bis 30.Mai 1976 (Video Link) angestoßen. Ja richtig, die Anlässe sind 50 Jahre auseinander, gefeiert wird aber schon nach 19 Jahren! Bismarck hat halt Klink und seine feierlustigen Bürger nicht gekannt, wenn er meinte, in Mecklenburg geht die Welt 50 Jahre später unter. Im Gegenteil, zumindest die Klinker haben schneller als die Zeit erscheint die Gelegenheit genutzt - und gefeiert!
Wie ist dieser Zeitsprung zu erklären? Die 600-Jahr-Feier fand 1976 ein Jahr verspätet statt. Zum Beginn des Jahres 1975 teilte der damalige Rat des Bezirkes Neubrandenburg der Gemeinde Klink mit, daß im V. Band der "Kunst- und Geschichtsdenkmäler Mecklenburgs" von Fr.Schlie, Schwerin 1902, auf den Seiten 389 - 390 die Geschichte des Dorfes Klink erstmals mit dem 29. Juli 1375 erwähnt ist (siehe dazu Artikel "650 Jahre Klink" im Landkurier 4/95). Eine Feier, wie die Klinker sie sich zu solch einem Anlaß vorstellen, war zum damaligen Zeitpunkt nicht in einem halben Jahr zu organisieren. Um trotzdem zu feiern, brauchte man mindestens 1 Jahr Vorbereitung. Offiziell hörte sich das dann so an:
"Die Gründung der Gemeinde geht auf die Jahre 1375/76 zurück. So wird z.B. in einer Ausgabe über Kunst- und Geschichtsdenkmäler Mecklenburg-Schwerin von Professor Schlie Klink 1375 erstmals erwähnt und 1376 der Ort Klink nachweislich verkaufsurkundlich genannt. Es wird aus den vorliegenden Dokumenten angenommen, daß die eigentliche Besiedlung nach dem 12 Jh. durch leibeigene Bauern begann. Die ersten Anzeichen der Besiedlung entstanden im jetzigen Zentrum des Schlosses und der alten Schule und erstreckten sich bis hin zur Eldenburger Brücke. Ungefähr ab 1840 bis zum Beginn des 1. Weltkrieges erfolgte die weitere Bebauung Klinks in Richtung Röbel. Bis 1945 war Klink ein Rittergut, welches zuletzt durch die Familie von Schnitzler geführt wurde."
Das war gesamte historische Rückblick in der 10seitigen Festansprache des damaligen Vorsitzenden des Rates des Kreises. Das Programm zur 600-Jahr-Feier kam also von "oben". Ohne den Rat des Bezirkes hätte Bismark wieder recht. Klink hätte seine 600-Jahr-Feier verschlafen!

Ortschronik bedeutete damals, den Einfluss der führenden Rolle der Arbeiterklasse im erste Arbeiter- und Bauernstaat auch auf dem Lande nachzuweisen. Und das im Besonderen mit geschichtlichem Nachweis für die Gemeinde Klink. Deshalb war Geschichte darüber hinaus zwar auch möglich, aber doch beschwerlich. Zu einem wirklichen Studium der "Lehn-Akten" im Mecklenburger Staatsarchiv in Schwerin kam es also erst, als die Gemeinde Klink selbst Interesse an ihrer Geschichte entwickelte. Daraus entstand eine erste für die Gemeinde geschriebene 15seitige Ortsgeschichte von Klink. Her K.H. Steinbruch vom "Mecklenburgica-Archiv- und Recherchedienst" entdeckte dabei eine Akte vom 21.12.1345, in der Klink bereits erwähnt wurde. Damit war Klink 30 Jahre älter als bisher angenommen, d.h. die 600-Jahr-Feier hätte 30 Jahre früher stattfinden müssen. Nur gut, daß 1975 noch keiner etwas von dieser Ersterwähnungsurkunde von 1345 wußte - die 600-Jahr-Feier hätte es nicht gegeben. Nur gut, daß wir in Klink 1995 von dieser Ersterwähnungsurkunde wissen, die 650-Jahr-Feier würde es sonst nicht geben.

Womit wir also wieder bei...mehreren denkwürdigen Anlässen für Klink zum Feiern wären!